Tahuantinsuyu

Tahuantinsuyu

Das Reich der Inkas hieß Tahuantinsuyu, was „die vier vereinigten Gebiete“ bedeutet. Es erstreckte sich in seiner größten Ausdehnung unter Inka Pachacutec von Loja in Ecuador bis zum Maule Fluss in Chile. 

Es war, wie sein Name sagt, in vier Provinzen unterteilt, denen je ein Vertreter des Inkas und ein Verwaltungsrat vorstanden:
Die Hauptstadt Kusko gehörte keinem dieser Bezirke an. Sie unterstand dem Inka persönlich. Aufgrund seiner Lage in der Mitte des Reiches, hatte es seinen Namen kosko, der in der Sprache der Inkas (inka-simi) angeblich „Nabel“ bedeutete.
Das hoch gelegene Gebiet südlich Kuskos (um den Titicacasee) hieß Collasuyu oder Hanansuyu (hanan = oben, hoch).
Die Provinz nordwestlich Kuskos war das größte Verwaltungsgebiet und hieß Chinchasuyu.
Die Gegend westlich der Hauptstadt bis zur Pazifikküste hieß Cuntisuyu.
Das Gebiet im Osten der Hauptstadt war das am wenigsten bevölkerte. Es umfasste jene Täler des Andengebirges, die zum Tiefland abfielen, und wurde nach dem Gebirgszug benannt: Antisuyu.

Über die Gründung von Tahuantinsuyu gibt es mehrere Legenden: Eine davon besagt, dass Manco Capac und seine Frau und Schwester Mama Ocllo von ihrer beider Vater, dem Sonnengott Inti, auf die Erde geschickt worden waren, um ein Reich zu gründen, in dem sie die Männer die Kunst des Ackerbaus und die Frauen die Kunst der Textilienherstellung lehren sollten. Eine weitere Legende erzählt von den vier Ayar-Brüdern, die gemeinsam mit ihren Frauen ihre Heimat verließen und durch Eroberungszüge gegen andere Kulturen (Nazca, Mochica, Chavin, etc.) ihr eigenes Land vergrößerten.

Tahuantinsuyu bestand zirka 330 Jahre und wurde von 13 Inkas regiert, die jeweils mit ihrer ältesten Schwester oder einer anderen engen Verwandten verheiratet waren. Tahuantinsuyu lag eine theokratische Staatsform zugrunde. Der Inka war ein Nachkomme des Sonnengottes. Sein Nachfolger war der jeweils älteste Sohn aus der ehelichen familiären Verbindung.

 * * * Dietrich-Ortega, L. & Frysak, V. (Hg.): Ollanta. Ein Inka-Schauspiel, Wien 2007 * * *

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