Auf den Spuren des Anderen

De Gouges' Publikationen sind allesamt politisch geprägt, wenn auch nur ein Teil ihrer Schriften explizite Stellungnahmen zum politischen Geschehen darstellen. Ihre Dramen und Romane greifen indessen dieselben Themen auf (Abschaffung der Sklaverei, Gleichberechtigung der Frauen, Volkssouveränität, Gemeinwohl, Sozialfürsorge, etc.) und stellen ihre politischen Forderungen an fiktiven Schauplätzen dar.

Der Roman vom philosophischen Prinzen greift die Ansicht Platons aus der Politeia auf, dass die Könige philosophieren oder die Philosophen Könige werden sollen, um die Staaten von ihrem Übel zu erlösen. 1795 hielt Kant ("Vom eweigen Frieden") dieser Forderung entgegen, dass der Besitz der Macht das freie Urteil der Vernunft unvermeidlich verderben würde.
Olympe de Gouges zeigt in ihrem Roman, der von einer Liebes- und Leidensgeschichte getragen wird, dass ein philosophischer Prinz vor allem Tugend besitzen muss, um seine politische Aufgabe zu erfüllen und nicht der Korruption anheim zu fallen. Fragen nach Regierungsverantwortung und dem Wohl der Nation, nach einem humanen Strafrecht, der Unsinnigkeit von Standesdünkel, der Selbstverantwortung denkender wesen und der Gleichberechtigung der Frauen werden im Verlauf der Erzählung thematisiert, argumentiert und an verschiedenen Schauplätzen illustriert. (Leseprobe)


Die belletristische Qualität des Romans regt auch ohne Kenntnis des Kontextes zum Nachdenken an. Im Anhang finden Interessierte Informationen zu Leben und Werk von Olympe de Gouges sowie nähere Erläuterungen zum politischen Kontext des Romans und einige Verweise auf weitere Schriften von Olympe de Gouges. (Leseprobe)

Herausgegeben und bearbeitet von Viktoria Frysak und Corinne Walter.


Einige Textproben aus anderen Werken, einen Lebenslauf sowie eine Fülle an Literaturverweisen findet sich auf der Website: www.olympe-de-gouges.info


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