Hayy Ibn Yaqdhan

Hayy Ibn Yaqdhan
Ein muslimischer Inselroman
von Ibn Tufail

Printausgabe: e-book:
152 Seiten, Hardcover
8 Abb. s/w        
epub (3,51 MB), pdf (1,72 MB)
8 Abb. s/w
ISBN: 978-3-902591-01-2     ISBN: 978-3-902591-08-1
Preis: 20 EUR (A) Preis: 9,99 EUR (A,D)


Hayy Ibn Yaqdhan bedeutet "Der Lebende, Sohn des Erwachten". Der Text entstand zwischen 1175 und 1182. Er enthält die philosophische Lehre Ibn Tufails als erzählende Allegorie, die der Autorität der menschlichen Vernunft das Wort redet. Der Roman beschreibt den stufenweisen Prozess der Erkenntnis des Protagonisten Hayy Ibn Yaqdhan (auch: Hayy Ibn Yaqzan oder Hajj Ibn Jaqzan).

Hayy Ibn Yaqdhan wird als Säugling auf einer einsamen Insel von einer Gazelle gefunden und aufgezogen. Bald macht der Knabe Unterschiede zwischen sich selbst und den anderen Lebewesen aus, von denen einige einer gleichen Art anzugehören scheinen. Er glaubt sich zunächst benachteiligt, findet aber bald heraus, dass er kraft seines Verstandes den anderen Lebewesen überlegen ist.
Zum einen weiß er sich nun praktisch zu helfen, indem er Werkzeuge und Kleidung für sich herstellt. Zum anderen beginnt er über die Ordnung der Welt nachzudenken: Er findet Einheit und Vielheit, Gleiches und Verschiedenes, Lebendes und Totes, die Welt und die himmlischen Sphären.
Im Laufe seines Denkprozesses kommt er zur notwendigen Einsicht der Existenz einer schöpfenden Kraft außerhalb der sinnlich erkennbaren Dinge. Daraufhin widmet er sich der Gottesschau bis ihm Asal begegnet, der sich zum Zweck der Einkehr auf der unbewohnt geglaubten Insel aussetzen ließ …
(Leseprobe)

Abu Bakr Muhammad Ibn Abd al-Malik Muhammad Ibn Tufail al-Qaisi (lateinisiert: Abubacer) war Arzt, Astronom, Physiker, Dichter und Philosoph.
Er wurde ca. 1105 u. Z. in Guádix (Wadi Ash) bei Granada/Spanien geboren. Er stand zunächst im Dienst des Gouverneurs von Ceuta und Tanger, wurde 1163 selbst Gouverneur, danach abermals vom nachfolgenden Sultan Abu Yakub Yusuf befördert. Er hatte damit eine zentrale politische Funktion inne und großen Einfluß auf dem Hof. Ibn Tufail war angesehener Lehrer und Mäzen, insbesondere war er ein Förderer von Ibn Ruschd (Averroes), der ihm 1182 im Amt nachfolgte. Ibn Tufail schrieb philosophische, theologische, astronomische und medizinische Bücher. Seine Werke sind großteils verloren gegangen. Er verstarb 1185 in Marrakesch/Marokko.

"Wenn diese Worte keine andere Wirkung haben, als in dir Zweifel gegenüber dem zu wecken, was du aufgrund vererbter Überlieferung glaubst, wäre dies schon ein ausreichender Nutzen. Denn diejenigen, die nicht zweifeln, forschen nicht, die nicht forschen, erkennen nicht, und die nicht erkennen, verweilen in Blindheit und Betäubung."


Das vorliegende Buch enthält einen Kommentar, der die Anfänge des Islam, seine Ausbreitung, seine frühen Diskussionen und Schwierigkeiten, seine Denker und deren Positionen nahebringt und der mit einer Tabelle der größten Herrscherge- schlechter, Denker und geschichtlichen Ereignisse (Kreuzzüge, Reconquista) sowie einer Karte, die die Ausbreitung des Islam darstellt, vervollständigt ist. (Leseprobe) Ebenso findet sich im Anschluß an den Text eine kurze Biografie Ibn Tufails, die Rezeptionsgeschichte des Romans und ein Nachwort mit Blick auf den Inhalt als interessanten Ansatz für moderne Diskurse: "Eine gewisse Analogie zu unserer Zeit könnte – gerade im Bezug auf den arabisch-islamischen Kontext – gezogen werden. Ein kritisch-aufklärerischer Auftritt gegen Fanatismus, Dogmatismus und Irrationalität ist damals wie heute gefordert."

Herausgegeben und bearbeitet von Jameleddine Ben Abdeljelil und Viktoria Frysak.

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