Molière bei Ninon

Molière bei Ninon
oder Das Jahrhundert der großen Männer
von Olympe de Gouges

Printausgabe: e-book:
264 Seiten, Hardcover
8 Abb. s/w     
epub (3,25 MB), pdf (3,11 MB)
8 Abb. s/w
ISBN: 978-3-902591-04-3      ISBN: 978-3-902591-05-0
Preis: 27,40 EUR (A) Preis: 13,99 EUR (A,D)


Dieses Theaterstück aus dem Jahr 1788 ist der umfangreichste Theatertext der Hinterlassenschaft von Olympe de Gouges. Sie lässt darin die großen Männer des 17. Jahrhunderts in Frankreich auferstehen. Die Formulierung des Untertitels wird im Titel durch eine und in der Handlung durch zwei große Frauen des Jahrhunderts konterkariert: Ninon de Lenclos und Kristina von Schweden. Während die eine sagt: "Ich sehe, dass man uns mit dem betraut hat, was es an Oberflächlichstem gibt, und dass die Männer sich das Recht auf die wesentlichen Qualitäten vorbehalten haben. In diesem Moment mache ich mich zum Mann", lautet ein überlieferter Kommentar der anderen: „Es ist schwieriger sein Geschlecht zurückzuweisen als seine Krone.“ (Leseprobe)

Der Anhang enthält Erläuterungen zum historischen Kontext des Stückes sowie einen Kommentar zur Entstehungsgeschichte und zur Ablehnung durch die Comédie Française:
De Gouges‘ Stück Zarmore und Mirza war 1784 im Zuge einer Lesung am Theater angenommen, zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des vorliegenden Stückes – vier Jahre später – aber immer noch nicht aufgeführt worden. Den Regeln des Theaters entsprechend war es nach der Annahme eines Stückes zu dessen Aufführung verpflichtet. Olympe de Gouges bestand auf der Einhaltung dieser Regeln und wurde über die Jahre mit abenteuerlichen Ausreden vertröstet. Erst im Nachhinein wird sich herausstellen, dass das sklavenfreundliche Theaterstück Zarmore et Mirza auf Drängen der adeligen Kolonialherren nicht aufgeführt wurde. Große Teile des Adels, die mit ihren Jahresabonnements erheblich zum Erfolg und zum Einkommen der Comèdie beitrugen, verdienten viel Geld in den Kolonien und waren an kritischer Auseinandersetzung besonders mit der Sklavenfrage nicht interessiert.

Der Disput zwischen Olympe de Gouges und der Comédie Française, dem führenden Theater Europas, schaukelte sich im Laufe der Zeit auf und eskalierte in verschiedene Richtungen. Olympe de Gouges hielt sich nichtsdestotrotz weitestgehend zurück, in der Hoffnung, mit Schmeicheleien und Diplomatie doch noch die Aufführung ihres angenommenen Schauspiels zu erreichen.

Ihr Stück Molière bei Ninon sollte http://editionviktoria.at/wp-content/uploads/2013/04/Paris_Comedie-Francaise.jpgschließlich nicht nur mit seiner Qualität, die sie sich von Literaten wie Palissot, Mercier oder Lemière bestätigen ließ, überzeugen. Es sollte in der Figur Molières, des Gründervater der Comèdie Française, ein versöhnliches Element zwischen Olympe de Gouges und dem Theater geben und ein gemeinsames Ziel.

Das Widerstreben war allerdings schon so weit gediehen, dass die neuerliche Einreichung eines Theaterstückes von de Gouges zu einem Boykott der Lesung führte. Die Darstellung der Ereignisse von Olympe de Gouges, die wohl auch nicht zufällig dem Theater gegenüber Quartier genommen hatte, mag von Enttäuschung und Wut gefärbt sein, „[d]ie fragwürdigen Vorgehensweisen der Schauspieler, um ihre Zusagen nicht einzuhalten, sind indessen eindeutig und leicht nachprüfbar!“ (Olivier Blanc: Marie-Olympe de Gouges. Une humaniste à la fin du XVIIIe siècle; Éditions René Viénet, Cahors, 2003)

Herausgegeben und bearbeitet von Viktoria Frysak.

Einige Textproben aus anderen Werken, einen Lebenslauf sowie eine Fülle an Literaturverweisen finden sich auf der Website: www.olympe-de-gouges.info

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