Zär’a
Yaqob
Eine äthiopische Weltanschauung
136 Seiten, Hardcover,
9 Abbildungen (s/w),
ISBN:
978-3-902591-02-9
Preis: 18,80 EUR (A)
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Zär’a Yaqob
(auch: Sara Jakob, Zara Yacob, Zera Jacob) bedeutet "Spross Jakobs"
und ist der Name eines Mannes, der als bedeutender Denker des 17. Jahrhunderts
angesehen werden muss. Er lebte von 1600 bis ca. 1693/94 u.Z. im äthiopischen
Hochland. In dieser Zeit der heftigen religiösen Auseinandersetzungen
zwischen der katholischen und der koptischen Kirche stellte sich Zär'a
Yaqob der Frage nach der Wahrheit und fand im menschlichen Verstand die
einzig relevante Instanz der Erkenntnis.
Seine Einsichten schrieb er auf die Bitte seines Schülers Waldä
Heywat ("Sohn das Lebens") hin als Hätäta
("Abhandlung") in Form einer Autobiografie auf. Waldä Heywat
setzte das Buch seines Lehrers mit einer eigenen Hätäta fort.
Sein Werk
Zär’a Yaqob konnte im Formulieren seiner Gedanken nicht auf
eine reiche Tradition von Wissenschaft und Philosophie zurückgreifen
wie seine Zeitgenossen in Europa. Gerade deshalb ist es wichtig zu erwähnen,
dass die Untersuchung seiner Abhandlung durch Claude Sumner einen Vergleich
von Zär’a Yaqob mit Rene Descartes zur Folge hat, der darüber
hinaus zeigt, dass die moderne Philosophie in Afrika zur selben Zeit wie
in Europa begann (vgl. Sumner, Claude: "The Treatise of Zär’a
Ya’eqob and of Wäldä Heywat. An Analysis" in: Ethiopian
Philosophy, Volume III, Addis Ababa, 1978).

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Die denkerische Leistung Zär’a Yaqobs ist umso höher einzuschätzen,
als er mehr oder weniger nur sein eigenes Nachdenken in einer einsamen
Höhle als Grundlage für seine Thesen zur Verfügung hatte.
Seine Sprache
Die Schriften von Zär’a Yaqob und Waldä Heywat sind in
Ge’ez, der altäthiopischen Sprache, verfasst. Ihre Silbenschrift
hat altsüdarabischen Ursprung und den Großteil ihrer Symbole
aus dem Sabäisch-Himjarischen übernommen. Die ältesten
Quellen reichen bis ins 5. Jahrhundert v.u.Z. zurück.
Ge’ez entwickelte sich zur offiziellen Sprache des aksumitischen
Königreiches und erreichte den Höhepunkt seiner Verbreitung
um
das 4. Jahrhundert u.Z.
Als 1270 die "Salomonische Dynastie" an die Macht kam, die sich
als legitime Fortführung des aksumitischen Herrschergeschlechts begriff,
war Ge’ez nicht mehr Konversationssprache, spielte aber weiterhin
eine große Rolle im gelehrten Umfeld sowie im sakralen Bereich und
insbesondere als Schriftsprache, sodass die Zeit ab dem 14. Jahrhundert
als das Goldene Zeitalter der Ge’ez-Literatur gilt.
Arbeiten zu Zär'a Yaqob im Netz:
Tassew Asfaw: The
Contribution of Native Ethiopian Philosophers, Zara Yacob and Wolde Hiwot,
to Ethiopian Philosophy
Chemeda Bokora: Zar'a
Ya'eqob's Argument For The Existence Of God
Teodoros Kiros: The
Meditations of Zara Yaquob
"... diese [Autobiografie] hier ist noch bedeutender aufgrund
ihrer großen Unbefangenheit, der Details der Sitten, die sie enthält,
und aufgrund der zeitgenössischen Geschichtskenntnis, die man anderswo
vergeblich sucht." (Antoine d'Abbadie: Catalogue raisonné
de Manuscrits Éthiopiens)
Herausgegeben und bearbeitet
von Bekele Gutema und
Viktoria Frysak.
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