Zär'a Yaqob

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  Zär'a Yaqob
Eine äthiopische
Weltanschauung
  ISBN
978-3-902591-02-9
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Zär'a Yaqob wurde am 28. August 1600 (25. Nähase 1592) als Kind einer Familie von Bauern in der Gegend von Aksum geboren. Sein Rufname war Warqyä ("Mein Gold"). Aufgrund seiner Gelehrsamkeit in der Grundschule durfte er auch den Unterricht der Zema Bet besuchen, wechselte von dort aber rasch zu einer Ausbildung in die Q’ne Bet.


Die Geschichte Äthiopiens zur Lebenszeit Zär’a Yaqobs deckt sich mit dem, was er 68jährig auf die Bitte seines Schülers Waldä Heywat hin aufschrieb. Diese Untersuchung ("Hätäta") verfasste er in der altäthiopischen Sprache Ge'ez. Trotz ihrer Kürze enthält die Schrift eine große Zahl wichtiger Einzelheiten, die Zär’a Yaqobs Fertigkeit in philosophischer Reflexion zeigen, wenn er sich etwa zur Existenz Gottes, zur Rolle der Vernunft in der Erkenntnis oder zum Wesen der Religionen und der menschlichen Seele äußert. Als Gelehrter mit Q’ne-Ausbildung konnte Zär’a Yaqob nicht nur schreiben, sondern er hatte auch eine Schulung seines kritischen Verstandes erfahren. Dazu kam das Schicksal seiner Denunziation, Flucht und Einsamkeit, das sein Sinnen über die Welt beeinflusste und ihn zu ethischen und metaphysischen Reflexionen brachte, in deren Mittelpunkt die menschliche Vernunft stand.

"Der Lehrer aus Aksum legt hier seine Zweifel an allen Religionen dar [...] Diese Autobiografie ist besonders bemerkenswert aufgrund ihrer großen Unbefangenheit, der geschilderten Details der Sitten und des zeitgenössischen Geschichtswissens, das man anderswo vergeblich sucht." (Abbadie, Antoine de: Catalogue raisonné de manuscrits éthiopien, 1859)
"Seine Ideen heben sich vom Rahmen seiner Zeit wohltuend ab. Das wird sowohl in der Auffassung deutlich, daß Mann und Frau in der Ehe gleichberechtigt sind, als auch in seinem universellen Postulat der Gleichheit der Völker dieser Erde." (Hopfmann, Jürgen: Altäthiopische Volksweisheiten im historischen Gewand, Frankfurt/Main, 1992; S 131)
"Zar’a Jacob gehört keiner bestimmten philosophischen Schule an, er begründet auch keine, wenngleich er einen unmittelbaren Schüler, Walda Heiwat, hat, der ebenfalls eine philosophische Abhandlung verfasst. Es gibt jedoch so etwas wie eine geistige Verwandtschaft mit der neuzeitlichen europäischen Philosophie, die ihm vermutlich nicht bewusst ist." (Krause, Andrej: "Spezielle Metaphysik in der Untersuchung des Zar'a Jacob" in: Archiv für Geschichte der Philosophie, Berlin, 2003; S 332f)


Zär’a Yaqob starb 1693/94 in Enferaz, was Waldä Heywat in einem letzten, dem Buch des Lehrers angefügten Kapitel berichtet.

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